DURCHBLUTUNGSSTÖRUNGEN

Arteriosklerose

Bei den Erkrankungen des arteriellen Gefässsystems spielt die Arteriosklerose die wichtigste Rolle. In den Gefässwänden lagern sich so genannte Plaques ab, die aus Blutfetten oder Blutgerinnseln entstehen können. Die Gefäss verkalken und verlieren an Elastizität. Das Blut kann nicht mehr ungehindert fliessen, es kommt zu Verengungen – so genannte Stenosen. Rauchen, Hypertonie, Hypercholesterinämie und Diabetes beschleunigen die Erkrankung, die zum menschlichen Alterungsprozess gehört. Männer sind von Arteriosklerose häufiger betroffen als Frauen. Vorwiegend werden die Koronararterien befallen sowie die zuführenden Arterien zum Gehirn und die Bauchaorta mit den Nieren- und Eingeweidearterien. Formen der Arteriosklerose sind die arterielle Verschlusskrankheit (AVK) und die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), was oft auch als «Raucherbein» bezeichnet wird. Eine Diagnosestellung erfolgt mittels verschiedener bildgebenden Verfahren wie Angiographie, Herzkatheter, Ultraschall oder Angio-MR. Wichtiges Element der Behandlung ist es, Risikofaktoren wie Rauchen und Übergewicht auszuschliessen sowie ursächliche Erkrankungen wie Diabetes oder den Bluthochdruck zu behandeln. Ziel der Gefässchirurgie ist es, die Folgeschäden wie Schlaganfall, eine Ruptur der Aorta sowie Durchblutungsstörungen von Organen und Gliedmassen zu verhindern. Neben den konservativen und medikamentösen Massnahmen bietet die Gefässchirurgie ein breites Spektrum an Methoden – seien es minimalinvasive, interventionelle, endovaskuläre oder chirurgische Techniken.

Schaufensterkrankheit

Ist die arterielle Durchblutung der Beine gestärt oder verschlossen, sprechen wir von einer peripheren arterielle Verschlusskrankheit (PAVK). Ursache dieser sehr häufigen Erkrankung ist fast immer eine Arteriosklerose. Männer sind viermal häufiger betroffen als Frauen. Typisches Symptom ist der Schmerz in den Beinen nach längeren Laufstrecken. Da die Betroffenen dann immer wieder stehen bleiben müssen, spricht man auch von der Schaufensterkrankheit. Die Arme sind selten betroffen.

Die arterielle Verschlusskrankheit wird in vier Stadien unterteilt:

  1. Stadium: symptomfrei, meist klinischer Zufallsbefund
  2. Stadium: häufiges Stehenbleiben bedingt durch Schmerzen
  3. Stadium: Ruheschmerz
  4. Stadium: Nekrosen mit absterbendem Gewebe und Gangrän

Die konservative Therapie umfasst die Reduktion der Risikofaktoren, ein Gehtraining zur Verbesserung der Umgehungskreisläufe und eine Thromboseprophylaxe. Die operativen Methoden dienen der Revaskularisation mit einer Angioplastie, Thrombendarteriektomie, Bypass-Operation oder einer Sympathektomie.

Raucherbein

Rauchens schädigt die Blutgefässe, was zu Durchblutungsstörungen der Becken- oder Beinarterien führen kann. Je nach Stelle der Gefässverengung kann das so genannten Raucherbein, die Unter- oder Oberschenkel oder das Becken betreffen. Betroffene haben ein hohes Risiko für Hirnschläge und Herzinfarkte. Die Beseitigung von Risikofaktoren, die Behandlung von bestehenden Erkrankungen sowie die Förderung der Durchblutung durch ein konsequentes Gehtraining sind auch hier das A und O der Behandlung. Es braucht eine konsequente Lebensumstellung. Wichtig ist zudem, dass Betroffene ihre Füsse gut pflegen und Druckstellen vermeiden. Die Wahl der invasiven Behandlung richtet sich nach Lokalisation der Arterienverengung und der Schwere der Erkrankung. Es gibt katheter-technische Interventionen wie die Ballondilatation und Stentgraft-Einlagen sowie chirurgische Techniken wie die Thrombendarterektomie oder die Bypassoperation