AORTEN-ANEURYSMA

Was ist ein Aneurysma?
Als Aneurysma wird eine krankhafte Erweiterung einer Arterie bezeichnet. Ursache ist meist eine Arteriosklerose. Ein Aneurysma kann in allen Körperregionen auftreten, am häufigsten ist aber die Bauchschlagader betroffen. Meist besteht eine angeborene Schwäche der Gefässwände. In seltenen Fällen können auch Entzündungen oder Gefässverletzungen verantwortlich sein. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Risikofaktoren sind Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte. 5% aller über-65-Jährigen entwickeln ein Bauchaortenaneurysma.


Je grösser das Gefäss, um so grösser das Risiko
Die Gefährlichkeit eines Aneurysmas hängt von der Grösse der Aussackung ab. Der Durchmesser einer Bauchaorta beträgt normalerweise um die 2,5 cm, darüber spricht man von einem Aneurysma. Mit zunehmendem Lumen wird die Wand dünner. Wenn dann noch der Blutdruck steigt, erhöht sich das Risiko, dass die Gefässwand einreisst, was lebensgefährliche innere Blutungen verursacht. Ist die Aorta erweitert, aber noch unter 5 cm dick, ist das Rupturrisiko gering. Ist sie aber über 5 cm dick oder nimmt das Aneurysma mehr als 0,5 cm pro Jahr zu, besteht ein grosses Rupturrisiko. Eine operative Behandlung ist unerlässlich. Ein zusätzliches Risiko entsteht durch die Blutgerinnsel, die sich in der ausgeweiteten Arterie bilden. Diese können in die Beinarterien gespült werden und einen akuten Gefässverschluss verursachen.

Drei Aneurysmaformen

  1. Aneurysma verum: Beim so genannte echten Aneurysma ist an einer bestimmten Stelle die gesamte Wand ausgewölbt, was aussieht wie eine Gummiblase.
  2. Aneurysma spurium: Beim unechten Aneurysma handelt es um eine Verletzung der Gefässwand, was nach Operationen oder Punktionen auftreten kann.
  3. Aneurysma dissecans: Die Schichten der Gefässwand reissen, zwischen denen das Blut dann weiter fliesst. Der Bluthochdruck ist hier ein grosser Risikofaktor.

Unklares Beschwerdebild
Ein Bauchaortenaneurysma macht meistens keine Beschwerden und wird deshalb häufig nur zufällig entdeckt. Treten Symptome auf, sind dies unbestimmte Fremdkörper- oder Druckgefühle im Bauch, im Rücken oder in der Leiste. Sie strahlen in die Gesäss- und Beinregion aus. Die Diagnose wird mit dem Ultraschall gestellt, für eine genaue Lage- und Grössenbestimmung braucht es eine Computertomographie. In Ausnahmefällen wird auch eine Angiographie benötigt, in der Blutgefässe mit einem Kontrastmittel dargestellt werden. Bei kleinen, nicht lebensbedrohlichen Aneurysmen kann zunächst konservativ behandelt werden. Erreicht das Aneurysma eine kritische Grösse, muss operiert werden. Dafür stehen zwei Operationsmethoden zur Verfügung: die klassische offene Operation und als minimal-invasive Methode die endovaskuläre Stentprothese.